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Pressemitteilung: Rassismus beim Rettungsdienst

Pressemitteilung

Keine Toleranz für Rassismus! Schon seit Jahren kämpfen wir gegen den Rassismus und dass es Rassismus auf allen Ebenen und in sehr vielen Bereichen gibt, sollte nicht überraschen. Es wird immer noch nicht entschieden genug an der Prävention und an der Aufarbeitung gearbeitet.

Die Aktuelle Berichterstattung der Tageszeitung “TAZ” gibt einen sehr umfassenden Einblick zum Thema Rassismus beim Rettungsdienst wieder. Es sind erschreckende Beispiele aufgeführt. Anstelle den Rassismus zu bekämpfen, werden Fälle relativiert und am Ende auf andere Gründe abgeschoben. Die Berichterstattung ist nur die Spitze des Eisberges.

Hinter den Hilfsorganisationen stecken gemeinnützige Vereine mit millardenschweren Umsätzen mit konzernähnlichen Strukturen. Alleine schon die Größe dieser Einrichtungen erfordert es mehr zu machen als nur alles kleinzureden.

Obwohl es seit 2007 eine “Gemeinsame Erklärung gegen Rechtsextremismus”von vielen  Hilfsorganisationen gibt, vermissen wir das notwendige Engagement hierzu.

Die Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschlands (TGD) Frau Aslıhan Yeşilkaya-Yurtbay äußert sich dazu wie folgt: “Für Rasssimus darf es keine Toleranz geben. Alle Menschen sind gleich und müssen insbesondere von den Hilfsdiensten gleich behandelt werden.”

Auch in Hamburg sind wenige Fälle bekannt laut der Berichterstattung. Wir vermuten, wie auch andereswo in Deutschland, dass die Strukturen es nicht zulassen, dass Fälle gemeldet oder aufgearbeitet werden.

Der Vorsitzendende der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. (TGH) Herr Murat Kaplan: „Strukturen müssen in den Hilfsorganisationen hinterfragt werden und neutrale Instanzen geschaffen werden. Eine ernsthafte Rassismusbekämpfung kann nicht funktionieren, wenn Vorfälle erst mit Pressemeldungen auf die Agenda kommen. Wir bieten hier unsere Expertise und Zusammenarbeit an.”

Im Namen der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V.

Murat Kaplan

Vorsitzender

Pressemitteilung: Hanau #SayTheirNames

#SayTheirNames

#keinschlussstrich

#rassismustötet

 

 

2 Jahre nach dem Anschlag von Hanau.

Wir gedenken heute der Opfer des rassistischen Anschlags in #Hanau.

Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin.

Heute ist #Hanau zwei Jahre her. Noch immer er geht die Aufklärung viel zu langsam und größtenteils von den Familien aus. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Ihnen sind wir es schuldig, dass die Hintergründe der Tat lückenlos aufgearbeitet werden.

In Hamburg werden wir weiterhin nicht erhört. Hamburg ist das einzige Bundesland wo es zwar einen Opfer gab aber keinen NSU Untersuchungsausschuß. Wo bleibt der Untersuchungsausschuß in Hamburg?

Die Türkische Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V.

19.02.2022

Hannelore Hoger erhält Otto Mühlschlegel Preis 2020 – Preisgeld kommt auch der TGH zugute

Die Film- und Theaterschauspielerin Hannelore Hoger erhält den Otto Mühlschlegel Preis 2020 der Robert-Bosch-Stiftung GmbH. Der Preis würdigt Hannelore Hogers Lebensleistung als Schauspielerin und ihr soziales Engagement für ältere Menschen. Mit der Auszeichnung verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 30.000 €, das zwei Einrichtungen der Altenhilfe in Hamburg zugutekommt.

Das Preisgeld in Höhe von 30.000 € fließt auf Wunsch Hannelore Hogers zu gleichen Teilen an die „Hamburgische Brücke – Gesellschaft für private Sozialarbeit e.V.“ und die „Türkische Gemeinde Hamburg und Umgebung e.V.“. Bei beiden Organisationen steht die Arbeit mit älteren Menschen im Fokus: So engagiert sich die „Türkische Gemeinde“ u.a. dafür, türkischstämmigen Seniorinnen- und Senioren den Zugang zum Gesundheitssystem zu erleichtern, die „Hamburgische Brücke“ hat sich auf Angebote für Demenzbetroffene spezialisiert.

Murat Kaplan, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. (TGH), freut sich über Frau Hogers Wunsch, die TGH in der Seniorinnen- und Seniorenarbeit zu unterstützen: „Die Unterstützung von Seniorinnen und Senioren liegt der TGH sehr am Herzen. Insbesondere in der Corona-Zeit hat sich gezeigt, wie schutzbedürftig unsere Seniorinnen und Senioren sind. Seit Mitte März mussten in Hamburg Seniorentreffs schließen. Die Corona- Verordnung der Stadt Hamburg hat mit der Schließung den Personenkreis als Risikogruppe besonders geschützt. Dies führte zur Isolation in den eigenen vier Wänden. Persönliche Begegnungen waren nicht mehr möglich. Dabei ist die persönliche Begegnung, insbesondere älteren Mitbürgerinnen und Bürgern, so wichtig. Die Türkische Gemeinde freut sich daher, dass nun auch der Seniorentreff „Liman“ unter der Trägerschaft der TGH in Hamburg- Mitte, wieder öffnen und die persönliche Begegnung wieder stattfinden kann“.

Jakub Wozniak, Geschäftsführer der TGH, knüpft an die Worte von Herrn Kaplan an: “Wir möchten uns neben Frau Hoger und der Robert-Bosch-Stiftung auch bei unserem Projektleiter Herrn Gökhan Konca für seine intensive Arbeit in der Seniorinnen- und Seniorenarbeit, auch im Projekt „El Ele“, bedanken. Herr Konca führt zusammen, was zusammengehört. Er erleichtert türkischen Seniorinnen und Senioren den Zugang zum Gesundheitssystem“.

Die Türkische Gemeinde in Hamburg wird ihre Bemühungen in diesem wichtigen Bereich zukünftig weiter ausbauen. Sie dankt allen Mitwirkenden und freut sich nun, das Preisgeld dort einzusetzen, wo es benötigt wird: In der Seniorinnen- und Seniorenarbeit.

TGH- Stellungnahme zum Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen in Hamburg 2020

TGH Stellungnahme zum Koalitionsvertrag von SPD und Grünen 2020

Allgemeine Anmerkungen

Die TGH begrüßt ausdrücklich die zentralen Ziele des vorgelegten Koalitionsvertrages, insbesondere die sozial- und integrationspolitischen Vorhaben. Allerdings bleibt der Vertrag in verschiedenen Bereichen unkonkret und auch unverbindlich.

Unsere Anmerkungen zu den einzelnen Punkten im Koalitionsvertrag:

Fachkräfteeinwanderung und Arbeit für Geflüchtete in der Zukunftsstadt Hamburg

Die TGH sieht die Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes als wichtige Grundlage, um dem Fachkräftemangel in der Bunderepublik und hier im Speziellen in Hamburg zu begegnen, um somit zukunftsorientiert Abhilfe zu schaffen. An der Umsetzung möchte die TGH aktiv mitwirken. Daher bietet sie dem Senat und den Behörden ihre Mithilfe an. Denkbar wären Kooperationen mit Beteiligten, mit dem Projekt W.I.R. oder auch als vermittelnde und beratende Stelle.

Das Integrationskonzept

Die Fortschreibung des Integrationskonzeptes ist ein wichtiger Baustein, um die Integrationsarbeit in Hamburg zu systematisieren. Das Integrationskonzept muss weiterhin stringent verfolgt und mit der Expertise aller an der Integrationsarbeit Beteiligten wachsen. Auch die Kompetenzen des Integrationsbeirates müssen gestärkt und ausgebaut werden. Der Integrationsbeirat muss mehr als nur ein beratendes Gremium fungieren. Er muss Beschlüsse fassen können, repräsentativ sein und als Expertengremium wahrgenommen werden. Die TGH möchte sich zukünftig intensiv in diesem Gremium einbringen und dessen Arbeit voranbringen.

Förderung der Hamburger Migrant*innen-Selbstorganisationen

Die (finanzielle-) Förderung der Hamburger Migrant*innen-Selbstorganisationen (MSO`s) weiter auszubauen, ist unserer Ansicht nach lange überfällig. MSO´s, wie die TGH, leisten für die Stadt Hamburg einen wichtigen Beitrag zur Integration von Menschen, fördern die Teilhabe und üben beratene Funktionen aus. Damit ergänzen sie sinnvoll staatliche Aufgaben. Als Dachverband von 26 Mitgliedsvereinen und Initiativen versteht sich die Türkische Gemeinde in Hamburg als Dienstleister für seine Mitglieder. Sie berät diese in fachlichen, rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Angelegenheiten. Damit steht die TGH großen Hamburger Sozialverbänden in nichts nach. Dennoch wird die Eigenfinanzierung immer schwieriger. Anders als bei Berufsverbänden, die sich über hohe Mitgliedsbeiträge finanzieren können, ist eine MSO meist von staatlichen Zuwendungen abhängig. Diese finanzielle Situation hindert MSO´s auch daran, beispielsweise einen eigenständigen Aus- und Fortbildungsbereich mit einer großen Auswahl an Kursen, Lehrgängen und Seminaren zu etablieren, die die Verbandsarbeit finanziell tragen könnten. Sich lediglich über soziale zuwendungsbasierende Projekte zu finanzieren, ist für eine MSO kaum kalkulierbar und nur mit einer eigenen professionellen Geschäftsstelle zu bewerkstelligen. An Projektausschreibungen nimmt eine Vielzahl von Interessierten teil, sodass ein positiver Bescheid trotz guter Projektidee immer unwahrscheinlicher wird. Das Zufallsprinzip, die öffentliche Wahrnehmung und starkes Lobbying entscheiden immer öfter über Projektzusagen. Darüber hinaus: Wir müssen weg von zeitlich befristeten Projekten – hin zu Regelangeboten, die zu nachhaltigen Strukturveränderungen führen sollen.

Zudem spricht sich die TGH für eine Strukturförderung aus, die als solide finanzielle Basis zu verstehen ist. Das gewährsleitet eine Kontinuität der wichtigen Arbeit der MSO`s in Hamburg und sorgt für finanzielle Sicherheit und Stabilität. Diese überschaubaren Mittel wären einerseits eine finanzielle Investition in die soziale Infrastruktur Hamburgs und andererseits ein Gewinn für die Hansestadt Hamburg, da verlässliche Partner langfristig zur Verfügung stünden.

Einbürgerungsinitiative

Die TGH begrüßt die Fortsetzung der Einbürgerungsinitiative. Seit nun 10 Jahren ist die TGH Träger der Einbürgerungsinitiative (Einbürgerungsprojekt „Ich bin Hamburger!“), die den Senat dabei unterstützt, Bewohner*innen Hamburgs, die nicht deutsche Staatsbürger*innen sind, aber die Voraussetzungen für den Erwerb der Staatsangehörigkeit erfüllen, zu beraten und dazu zu animieren, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen. Die TGH möchte auch weiterhin dieses wichtige Projekt für die Hansestadt Hamburg, welches mittlerweile bundesweit als Vorzeigeprojekt fungiert und zur Nachahmung animiert, fortsetzen. Darüber hinaus möchte sie weitere Bundesländer dabei unterstützen, ähnliche Projekte erfolgreich zu etablieren.

Mitarbeiter*innen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst

Die interkulturelle Öffnung des öffentlichen Dienstes weiterhin auszubauen, ist notwendig und muss ein transparentes Controlling erfahren. Noch immer sind zu wenig Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst beschäftigt. Dies wird umso auffälliger, je höher die tarifliche Eingruppierung ausfällt. Es braucht einen Ausbau im Bereich der Führungskräfte und dem höheren Dienst. Dieser Ausbau muss regelmäßig kontrolliert und veröffentlicht werden, damit gegebenenfalls nachjustiert werden kann und die Ursachen klar identifiziert werden können. Die Einstellungsvoraussetzungen setzen sich grob aus zwei Eignungsvoraussetzungen zusammen: Die fachliche und die persönliche Eignung. Ist die fachliche Eignung durch entsprechende Qualifizierungsnachweise, wie die Berufserfahrung, noch recht eindeutig zu belegen, ist es bei der persönlichen Eignung schwieriger, Indikatoren zu finden, die für den Bewerber*in eindeutig belegbar sind. Kundenorientierung, Kommunikation oder das Engagement bieten beim Vorstellungsgespräch mehr Spielraum für die Bewertung dieser Skills. Ursachen, woran es zum Scheitern bei Personen mit Migrationshintergrund kommt, sind daher kontinuierlich zu untersuchen.

Parité-Gesetz

Ein Parité- Gesetz, welches Parteien mit quotierten Listen an Wahlen teilnehmen lässt, ist ein zu unterstützendes Vorhaben. Es fördert die Gleichberechtigung von Frauen und Männern auch in der Politik.
Eine Gleichberechtigung muss es aber auch in einem weiteren Kontext geben. Beispielsweise für eine bessere Vertretung von Migrant*innen in den Bezirksversammlungen und der Bürgerschaft. Hierzu zählt auch die Vergabe von wichtigen Posten, wie beispielsweise die neue Besetzung der Senatoren*innen, die zukünftig die Behördenleitungen übernehmen werden.
Der Türkischen Gemeinde in Hamburg wertet die geplante Besetzung der Senator*innen als bedenklich. Im kommenden Senat wird es in aller Voraussicht keine Person mit Migrationshintergrund geben. Dies scheint zu einer so bunten, weltoffenen und vor allem vielfältigen Stadt wie Hamburg nicht zu passen. Es fehlt die Repräsentation der Bevölkerung. Die TGH fordert die verhandelnden Parteien auf, bei der weiteren Besetzung von politischen Posten auf mehr Vielfalt zu achten, um damit mehr Partizipation zu schaffen.
Darüber hinaus ist die Türkische Gemeinde Hamburg der Ansicht, dass zumindest bei Bezirksversammlungswahlen auch Bürger*innen ohne EU Staatsbürgerschaft teilhaben sollten.

Deputationen abschaffen

Das Vorhaben die Deputationen- als Relikt vordemokratischer Zeiten- abzuschaffen, ist aus unserer Sicht sinnvoll. In der Regel sitzen Nachwuchspolitikerinnen und -politiker und/ oder aus Funktionen ausgeschiedene Parteimitglieder in diesen Gremien. Die Mitwirkung des Volkes ist damit faktisch beschränkt, sofern man über kein Parteibuch verfügt. Damit ist die Sinnhaftigkeit der Deputation in Frage zu stellen. Zudem stellen sie einen nicht unerheblichen Kostenfaktor und Verwaltungsaufwand dar.
Perspektiven der Kulturstadt
Die TGH hat neben anderen MSO`s sich tatkräftig für ein Einwanderermuseum stark gemacht. Die Realisierung des Vorhabens möchten wir gemeinsam mit anderen Trägern und Befürwortern vorantreiben, unterstützen und durch unsere Expertise intensiv begleiten. Die Türkische Gemeinde ist bereit, die Koordinierung weiterer MSO´s und Vereinen zu übernehmen und so zum Erfolg des Museums erheblich beitragen, gleichzeitig der Kulturbehörde bei der Organisation zur Seite zu stehen.

Der NSU-Komplex

Die Koalitionspartner haben richtig erkannt, dass in zahlreichen Untersuchungsausschüssen auf Bundes- und Landesebene NSU Attentate aufgearbeitet worden sind. Umso fraglicher ist es, wieso es in Hamburg nach wie vor keinen Untersuchungsausschuss gibt. Es muss endlich aufgeklärt werden, welche Helfer die Gruppe in Hamburg hatte und ob sich dahinter ein ganzes Netzwerk verbirgt.
Die Türkische Gemeinde Hamburg fordert daher die Koalitionspartner abermals auf, die Etablierung eines Untersuchungsausschusses endlich voranzutreiben und schließlich einzusetzen.

In allen Punkten bieten wir dem Senat eine kritische und konstruktive Zusammenarbeit an und fordern ihn auf, in enger Kommunikation auf Augenhöhe mit der Türkischen Gemeinde in Hamburg und seinen Mitgliedsvereinen und Initiativen zu kooperieren.

Ihr Ansprechpartner TGH e.V.
Jakub Wozniak, M.A. (Geschäftsführer)
Hospitalstraße 111
22767 Hamburg
Tel.: 040/413 66 09-13
E-Mail: info@tghamburg.de

Über die TGH:

Die Türkische Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. (TGH) gründete sich 1986 als Reaktion auf den rassistischen Mord an Ramazan Avcı in Hamburg und versteht sich seitdem als Sprachrohr der türkischen Community. Die TGH ist weder konfessionell, weltanschaulich noch parteipolitisch gebunden. Sie ist ein Dachverband von aktuell 26 Einzelvereinen, Gruppen und Initiativen, die sich in Hamburg und Umgebung um die verschiedensten Belange von Menschen mit Türkeistämmigen Hintergrund kümmern.
Als Dachorganisation setzt sich die TGH vielfältig für die Interessen dieser Menschen, insbesondere für eine gleichberechtigte Partizipation in der deutschen Mehrheitsgesellschaft und der Integration ein. Sie berät ihre Mitglieder in fachlichen, rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Angelegenheiten. Gleichwohl ist sie Ansprechpartnerin für die Hamburger Behörden, Ministerien und auch für Bundesministerien zu allen die Türkeistämmige Bevölkerung betreffenden Aspekte und ist Mitglied im Bundesverband der Türkischen Gemeinde Deutschlands (TGD).

Neujahrsempfang mit Bürgermeister Dr. Tschentscher

Mehr als 200 Gäste waren am Sonntag, den 02.02.2020 der Einladung der Türkischen Gemeinde in Hamburg zum gemeinsamen Neujahrsempfang in die Hospitalstraße in Altona gefolgt.

Darunter auch Frau Yonca Sunel, Generalkonsulin im Generalkonsulat der Republik Türkei in Hamburg. Als Ehrengast konnte der erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, gewonnen werden.

Murat Kaplan, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Hamburg, betonte bei seiner Begrüßung die große Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements der TGH, die mit ihrem Know-How wichtiger Motor für die Integration in Hamburg ist: „Hamburg braucht mehr Unterstützung im ehrenamtlichen Bereich, denn die Verwirklichung von Integration und sozialer Teilhabe benötigt feste Strukturen, die ehrenamtlichen Organisationen die notwendige Kontinuität bei ihrer wichtigen Arbeit geben. In Kürze finden die Wahlen zur 22. Bürgerschaft statt. Daher möchten auch wir neben unserer Community auch alle Hamburgerinnen und Hamburg dazu auffordern, von ihrem Recht zu wählen Gebrauch zu machen. Rechtspopulistische und in großen Teilen rechtsextreme Parteien darf es weder in der Hamburgischen Bürgerschaft, noch in einem anderen Parlament geben.“

Nach den Grußworten des Vorsitzenden Murat Kaplan, folgte die Rede des Ehrengastes Dr. Peter Tschentscher. Der Bürgermeister hatte die wichtigen Themen rund um die Stärkung des Ehrenamtes aufgegriffen und abermals betont:

„In der Türkischen Gemeinde Hamburg engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich. Das ist ein wichtiger Einsatz für unser Gemeinwesen und für ein vielfältiges Hamburg. Türkischstämmige Hamburgerinnen und Hamburger sind ein wichtiger Teil unserer Stadtgesellschaft“.

Nach den Wortbeiträgen beider Redner hatte die TGH drei Fragen vorbereitet, die sie dem Bürgermeister stellten. In einer „Frage- Antwort-Runde“ fragte Murat Kaplan nach der Etablierung eines NSU- Untersuchungsausschusses auch im Tatortland Hamburg und ob der Doppelpass nicht auch möglich für Menschen wäre, die schon lange in Deutschland leben. Auch über die Möglichkeit einer Städtepartnerschaft mit einer Stadt in der Türkei wurde gesprochen.

Anschließend präsentieren Murat Kaplan alle Mitgliedsvereine der TGH, in dem die jeweiligen Vorsitzenden an der Seite des Bürgermeisters Platz nehmen durften. Die Mitgliedsvereine der TGH aus den Bereichen Bildung, Kultur und Sport leisten in Hamburg einen wertvollen Beitrag für ein lebendiges und weltoffenes Tor zur Welt.

Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto nahm sich Bürgermeister Dr. Tschentscher noch viel Zeit, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Bürgerschaftswahlen 2020: Wir gratulieren !

Die Türkische Gemeinde in Hamburg freut sich über alle demokratisch gesinnten Gewählten. Ebenfalls ist erfreulich, dass die Wahlbeteiligung deutlich anstieg. Die Wahlbeteiligung stieg gegenüber 2015 von 56,5 auf 63,2 Prozent an. Dies zeigt, dass die Hamburger*Innen ein starkes Interesse daran haben, was zukünftig in der Hamburgischen Bürgerschaft geschieht.

 

Die TGH möchte in der kommenden Legislaturperiode das politische Geschehen konstruktiv begleiten und den Gewählten Abgeordneten mit Rat zur Seite stehen.

Pressemitteilung der TGH zum: Internationalen Tag der Migrant*innen

Türkische Gemeinde in Hamburg
und Umgebung e.V.
Hamburg ve Çevresi Türk Toplumu

 

Pressemitteilung der TGH zum: Internationalen Tag der Migranten

TGH-Pressemitteilung

Hamburg, 14.12.2017

 

Im Jahre 2000 haben die Vereinten Nationen (VN) den 18. Dezember zum Internationalen Tag der Migranten (International Migrants Day) ausgerufen. Hintergrund war die Verabschiedung einer Konvention zum Schutz der Rechte aller Migranten und ihrer Familienangehörigen am 18.12.1990. Die Konvention ist bislang jedoch erst von 34 Staaten weltweit anerkannt und ratifiziert worden. Sie verlangt von den Unterzeichnern die Anpassung nationaler Schutzmechanismen für Geflüchtete und Migranten an internationale Standards, worunter u. a. auch die Verhinderung des Missbrauchs und der Ausbeutung von Wanderarbeitern fällt.

Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte gab es so viele Migranten wie heutzutage. Die VN zählte im Jahr 2015 weltweit 244 Mio. Migranten und in 2016 verzeichnete sie ca. 66 Mio. Flüchtlinge. Unter dem Eindruck dessen muten die Flüchtlingszahlen, die seit zwei Jahren nach Europa drängen und die Europäische Union an den Rand ihrer Solidaritätsbereitschaft brachte, doch als sehr gering und unbedeutend an. Die Auswirkungen der Fluchtbewegungen auf die gesellschaftlichen und politischen Debatten in Deutschland müssen ebenfalls unter dieser globalen Größenordnung sehr kritisch betrachtet werden.

Die Türkische Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. (TGH) möchte einerseits auf die Bedeutung des Internationalen Tages der Migranten hinweisen. Als sog. Migrantenselbstorganisation versucht sich die TGH in die Debatten und Diskussionen um aktuelle Fluchthemen einzubringen und in Form von Projekten ihren Teil dazu beizutragen, die neu in Deutschland Angekommenen möglichst schnell zu integrieren. Dabei möchte die TGH ihre eigenen Migrationserfahrungen den Geflüchteten zur Verfügung stellen und darauf hinweisen, dass die möglichst schnelle Teilnahme am Arbeitsmarkt die zentrale Voraussetzung für eine gelungene Integration darstellt: Integration durch Partizipation am Arbeitsmarkt.

Nach Aussagen von Wirtschaftsverbänden beklagt die deutsche Wirtschaft im Jahr 2017 ca. 900.000 offene Facharbeiterstellen; unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung ohne externen Zuzug prognostizieren die gleichen Verbände bis zum Jahr 2050 sogar einen Überschuss von bis zu 9 Mio. offen Facharbeiterstellen. Unter dem Eindruck dieser Zahlen möchte die TGH darauf verweisen, Migration und Flucht nicht immer nur als Belastung, sondern auch gerade für eine alternde Gesellschaft als Chance zu sehen. Die Existenz von ca. 40.000 KMU, die von Türkischstämmigen gegründet wurden und die mit 60 Mrd. Euro zum deutschen BIP und einer prosperierenden Wirtschaft beitragen, hat am Beginn der türkischen Arbeitsmigration in den 1960er Jahren niemand vorhergesehen.

Die finanziellen Belastungen, die Deutschland seit zwei Jahren schultert und die die TGH als sehr große Geste der Deutschen anerkennt, diese „Kosten“ müssen letztlich als Investitionen in die Zukunft dieses unseres Landes gesehen werden. Wirtschaftlich ist Migration ein sehr bedeutender Faktor und die Summe aller Transferzahlungen von Menschen mit Migrationshintergrund in ihre Heimatländer wird auf mehrere Hundert Mrd. Euro jährlich geschätzt und übersteigt somit deutlich die Summe der weltweit geleisteten Entwicklungshilfe.

In dieser kostenlastigen Diskussion kommt nach Ansicht der TGH ein ganz wichtiger Faktor viel zu kurz. Die positiven Auswirkungen von Migration und Flucht als Brücke für die Völkerverständigung, die in monetären Größen kaum erfassbar sind.

Der Vorstand der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V.

Pressemitteilung der TGH zum: Internationalen Tag der Migranten