Gedenken an Ramazan Avci

Am 16.12.10 lud die Türkische Gemeinde zum Pressegespräch zum Gedenken an die Ermordung von Ramazan Avci ein. 25 Jahre ist es her, was damals zur Gründung des Bündnisses türkischer Einwanderer (heute TGH) beitrug.

Hüseyin Yilmaz, Vorsitzende der TGH, appellierte, dass "diese undifferenzierte Diskussion" über Ausländer beenden werden solle. Das Land sei durch Thilo Sarrazins Äußerungen über die unterschiedlichen Gene der Menschen aus verschiedenen Ländern gespalten.

Die TGH lud die Witwe Gülistan Avci, den Sohn Ramazan junior Avci und den Bruder des Ermordeten, wie sowohl die deutsche als auch die türkische Presse ein. Von der deutschen Presse kam leider nur Daniel Wiese von der TAZ.

Ist das Thema vergessen?

Am 21.12.1985 wurde Ramazan Avci von Skinheads, die ihn nicht kannten und nur Wut auf Türken hatten, überfallen. Am 24.12.1985 starb er an den Folgen. Seinen Sohn hat er nicht mehr gesehen. Ramazan junior hat erst mit elf oder 12 Jahren erfahren, wie sein Vater zu Tode kam, erzählt er in akzentfreiem Deutsch. Seine Mutter, der es sichtlich schwer fiel, kann es eigentlich auch heute noch nicht fassen, zu tief säße der Schmerz. Sie und der Onkel sprachen Türkisch. Hüseyin Yilmaz übersetzte und betonte, dass die Forderungen von damals immer noch aktuell seien: Mitsprache, gleiche Chancen. "Ich hoffe, dass wir nicht noch mal 25 Jahre warten müssen", sagte er. Die Forderung nach einer Gedenktafel für Ramazan Avci an dem Tatort wird laut, man darf nicht vergessen. Dann überreichte Yilmaz der Witwe einen Blumenstrauß. Die türkischen Journalisten fotografierten.

 

http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/wenig-interesse-an-ramazan-avci/

http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/ein-erstes-opfer/

http://www.hamburghaber.de/haber-Kein-Vergeben-Kein-Vergessen-6034/


01.11.2010

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