El Ele

El Ele (türk. für Hand in Hand) – Gesundheit im Alter

Das Projekt El Ele soll zur Integration älterer türkischstämmiger Migrantinnen und Migranten in das Netz der Altenhilfe in Hamburg beitragen. War man Jahrzehntelang davon ausgegangen, dass die sog. Gastarbeiter Deutschland nach einigen Jahren verlassen, sind viele Menschen der ersten Generation der Arbeitsmigranten Teil Deutschlands geworden auch wenn viele zwischen Deutschland und ihrem Herkunftsland pendeln. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen ist es der familiäre Kontakt zu den längst eingebürgerten, hier lebenden Kindern, Enkeln und den Verwandten, zum anderen die gute medizinische Versorgung im Alter oder die  Rente, die durch Erwerbstätigkeit  in Deutschland erworben wurde.

Die zugewanderten Senioren suchen nach ihrem Arbeitsleben nun einen Platz in unserer Gesellschaft, in der sie sich willkommen fühlen, wichtige Informationen in ihrer Muttersprache bekommen und sich untereinander austauschen können. Wie bei anderen Menschen auch werden mit zunehmendem Alter die gesundheitlichen Beschwerden der Migrant-innen mehr (Herz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verschleißerscheinungen, rheumatische Erkrankungen, Diabetes etc.). Zudem sind einige von ihnen durch ein hartes Berufsleben mit chronischen Erkrankungen belastet und früh gealtert. Auch psychische Belastungen, z.B. Depressionen, sind weit verbreitet. Häufig kommen psychisch belastende Erfahrungen aus der Migrationsgeschichte im Alter wieder stärker ins Bewusstsein und können zur diesen Erkrankungen führen.

Verschiedene Gründe erschweren den Zugang zu den herkömmlichen Senioreneinrichtungen und Beratungsangeboten. Es fehlt ihnen an sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten, da sie im Laufe ihres Arbeitslebens selten die Chance bekamen, die deutsche Sprache ausreichend zu erlernen. Darüber hinaus sind viele von ihnen nicht gewohnt oder darin geübt, sich Informationen zu Unterstützungsleistungen zu besorgen. Als eher kulturelle Barrieren können gewertet werden, dass in der traditionellen türkischen (Groß-)Familie viele soziale und gesundheitliche Probleme – wie die Pflege älterer Menschen – von den Familienangehörigen geleistet werden und im Umgang in der Ansprache von körperlichen Beschwerden oft das Schamgefühl im Vordergrund steht.

Aus diesen Gründen besteht für die Senioren und ihre Angehörigen ein zunehmend sehr großer Beratungs- und Unterstützungsbedarf zu unterschiedlichen Themen wie:  Gesundheit, Pflege im Alter, andere Vorsorgethemen. Viele Beratungseinrichtungen und gesundheitliche Institutionen sind auf diese Unterschiede noch nicht ausreichend vorbereitet. Das Projekt El Ele will hier Abhilfe schaffen, indem durch verschiedene Maßnahmen und Instrumente eine Erleichterung des Zugangs zu Angeboten des Gesundheits- und Vorsorgesystems gewährleistet wird. Das Projekt soll Anfang Oktober beginnen und Nachfragen sind zu entrichten an: Gökhan Konca, Tel.: 040-4136609-53, goekhan.konca@tghamburg.de